Geschichte

Hier finden sich Auszüge aus der Geschichte unseres Ortes. Das Material stammt hauptsächlich aus der Feder bzw. Sammlung aktiver Heimatforscher der Gegenwart und Vergangenheit wie Dr. Ernst-Otto Lutterloh, Gerhard Herm und Gerhard Meyer, von "Alteingesessenen" Barendorfern und auch aus der einschlägigen Literatur.
Wer Informationen jeglicher Art (z.B. alte Dokumente, Fotos, Zeichnungen, Broschüren o.ä.) hat und diese zur Verfügung stellen möchte, kann sich gerne jederzeit an uns wenden.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteZusammenfassung der Dorfgeschichte
Aus der Geschichte BarendorfsAus der Geschichte Barendorfs
Dorfchroniken diverser AutorenDorfchroniken diverser Autoren
Das Gut BarendorfDas Gut Barendorf
Schule in Barendorf: 1896 bis heuteSchule in Barendorf: 1896 bis heute
Was uns Wappen erzählenWas uns Wappen erzählen
Familie BockelmannFamilie Bockelmann
Festschrift zur 850-Jahr-Feier 2008Festschrift zur 850-Jahr-Feier 2008
Wüstungen im GemeindegebietWüstungen im Gemeindegebiet
Historisches KartenmaterialHistorisches Kartenmaterial
Topografische LuftaufnahmenTopografische Luftaufnahmen
LiteraturLiteratur
ArchivArchiv


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"Barendorf leitet seinen Namen von der sächsischen Grafensippe der Bardonen ab, die im 9. und 10. Jahrhundert in unserer Gegend begütert war. In den Kämpfen mit den Normannen und den Wenden mußte diese Familie einen hohen Blutzoll zahlen, sie konnte sich gegen die aufstrebenden Billunger nicht behaupten, und verlor ihre Besitzungen, auch Barendorf. Über die Billunger kam das Dorf an die Welfen. Heinrich der Löwe schenkte es 1158 dem Stift Ratzeburg, einige Generationen später, 1291, kaufte es Herzog Otto von Lüneburg zurück und überließ es dem Kloster Lüne für 400 Thaler.

Seitdem blieb Barendorf bei dem Kloster Lüne. In Urkunden des 14. Jahrhunderts werden Fragen von Abgaben, wie Zehnten, und Streitigkeiten um Berechtigungen zwischen dem Kloster St. Michaelis und dem Kloster Lüne behandelt.

Durch seine Lage bedingt wurde Barendorf schon sehr früh Sitz eines Veestherren, der Verwaltungsfragen in den bäuerlichen Dörfern zu regeln hatte.

Nachdem 1529 das Kloster Lüne säkularisiert worden war und die Eigengüter des Klosters zum neugeschaffenen Amt Lüne zusammengefaßt wurden, bekam Barendorf den Status eines Verwaltungszentrums für dieses Amt. Die Vogtei Barendorf verwaltete 20 Dörfer und zwei Einzelhöfe und wurde eine der Keimzellen des späteren Landkreises Lüneburg.

Die Barendorfer Vögte bewirtschafteten in Barendorf einen Hof, der vom Herzog in Celle besondere Privilegien erhielt. Im Laufe der Jahrhunderte brachten die Vögte mehrere Höfe an sich, eine Vogtfamilie Meyer hatte das Amt über mehrere Generationen inne. Als der letzte Vogt Meyer 1770 starb, besaß die Familie drei Höfe in Barendorf und das Gut Solchstorf im Kreis Uelzen.

In den nächsten Generationen wurde dieser Besitz zerstückelt, neue Eigentümer versuchten ihr Glück in der Landwirtschaft und scheiterten. 1843 kaufte der Abkomme einer alten Patrizierfamilie aus Lüneburg, August von Dassel, diese Höfe auf und baute ein Gutshaus, das noch heute im Gebäude der Heimvolkshochschule Barendorf enthalten ist. Dessen Sohn, Conrad von Dassel, verkaufte 1889 das Gut an den Senator Cornelsen in Stade, der es für seinen Schwiegersohn, den Leutnant a.D. Kommallein, erwarb.

Vor dem ersten Weltkrieg baute der Hamburger Südamerikakaufmann Julius Juister das Haus in seiner heutigen Form um.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde die Familie Bockelmann, eine alte niedersächsische Familie, die über eine deutsche Auslandsbank in Moskau zu Ansehen und Wohlstand gekommen war, in Barendorf heimisch. Daß aus dieser Familie der bedeutende Nachkriegspolitiker Werner Bockelmann und der seit Jahrzehnten populäre Udo Jürgens stammen, ist jedem Menschen in der Region bekannt.

Nach 1945 verwandelte sich der Charakter des Dorfes. Zunächst noch ein reines Bauerndorf mit mehreren Höfen und dem Gut, verwandelt es sich in eine Randgemeinde der Stadt Lüneburg, in der viele Menschen wohnen, die an anderen Orten ihrer Arbeit nachgehen.

Der erste große Zuzug von Siedlern kam mit Flucht und Vertreibung der Deutschen aus dem Osten. So erreichte ein Treck mit der Bevölkerung des gesamten Dorfes Wachsmuth aus Westpreußen Barendorf und die benachbarten Dörfer. Viele dieser Familien sind noch heute hier ansässig.

In den letzten Jahren ist Barendorf ein beliebtes Baugebiet für Menschen geworden, die im ländlichen Raum leben wollen. Die Samtgemeindeverwaltung der Ostheide, die Heimvolkshochschule Barendorf und einige Vereine prägen das heutige Dorfbild."

Dr. Ernst-Otto Lutterloh verfasste diese Zusammenfassung der Dorfgeschichte im Januar 1991 im Rahmen seines Engagements als Heimatforscher u.a. für Vortragsabende zur Heimatgeschichte.

Barendorf Wappen