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In dem Mitteilungblatt der SPD "Ostheide-Rundschau" erschien dieser von Helmut Brunner verfasste Artikel über die Entstehung des Wappens von Barendorf.
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| "Über blauem mit sechs Rosen belegtem Schildfuß in Gold ein grüner, an den Seiten vertiefter Erdwall mit zwei grünen Laubbäumen" Beschreibung Staatsarchiv Hannover 01.11.1950 |
"Was uns Wappen erzählen -
Das Barendorfer Wappen
Mancher zugezogener Neubürger des Ortes Barendorf mag das Wappen in Verbindung mit dem Dienstsiegel der Gemeinde oder sonst irgendwo gesehen und sich gefragt haben, was es eigentlich darstellt. Aus diesem Grunde hat sich die Redaktion entschlossen, den folgenden Beitrag über das Wappen der Gemeinde Barendorf verbunden mit ein wenig Heimatgeschichte zu veröffentlichen.
Im Herbst 1949 fragte mich der Bürgermeister Fritz Bartscher, ob ich Unterlagen für ein zu schaffendes Wappen ermitteln könne. Zunächst wandte ich mich an das Stadtarchiv. Ich durfte Archivrat Dr. Winter mein Anliegen vortragen. Auch die Sorgen um die Kosten kamen zur Sprache. Dann meinte er: 'Wenn ich das machen würde, so wäre das wohl ein wenig teuer für die kleine Gemeinde. Versuchen Sie selbst, das Notwendige zu finden. Meine Sekretärin hilft Ihnen gerne dabei.' Nach tagelangem Suchen wurde der erste Urkundenhinweis entdeckt.
Heinrich der Löwe, zweifacher Herzog (von Sachsen und Bayern), Angehöriger des Welfenhauses, belebte die Szene des 12. Jahrhunderts. Zu seinen Hauptzielen gehörte die Wiederchristianisierung und Germanisierung der Gebiete östlich der Elbe.
Mitten im Kampfraum von Sachsen, Slawen und Dänen errichtet er ein Bistum. Auf altslawischem Heiligtum wird ein Dom errichtet. Diese Angelegenheit zu Ratzeburg erfordert viel Geld und Sachgüter. Es kommt 1158 zur Stiftung Ratzeburg. Die betreffende Urkunde nennt neben vielen anderen Orten auch Barendorf. Seine Lage wird unverwechselbar beschrieben. Das Orginal der Urkunde befindet sich im Staatsarchiv von Schwerin/Mecklenburg und die Fotokopie in der Dombibliothek zu Ratzeburg.
Doch schon lange vor 1158 waren in der Gemarkung Barendorf Menschen ansässig. 21 vorgeschichtliche Fundplätze belegen lange Siedlungsperioden vom Beginn der Jungsteinzeit vor 4000 Jahren bis zur römischen Kaiserzeit (300 vor - 400 nach Christus) und bis zum Mittelalter.
Für unsere Suche war es aber wichtig, daß die in der Urkunde von 1158 genannten 6 Höfe immer wieder in den Nachfolgeurkunden auftauchen (z.B. Barendorf 1291 von Herzog Otto für 400 Taler an das Kloster Lüne abgetreten).
Von dem Begriff '6 Höfe' in den jeweiligen Urkunden zum Symbol war es ein kleiner Schritt. Die Rose wurde als Ausdruck für Wert und Schönheit gewählt.
Ein zweiter Inhalt wurde schnell gefunden. Landschaftlich reizvoll zieht sich zwischen Barendorf, Hagen und Wendisch Evern die Lüneburger Landwehr hin. Gebaut im 15. Jahrhundert, wurde sie als neue Landwehr bezeichnet. Sie beginnt auf dem Truppenübungsplatz bei Diecksbeck (Am alten Turm). Sie verläuft in Richtung Bilmer Strauch nordöstlich weiter bei Nutzfelde und endet im sumpfigen Quellgebiet des Sauerbaches. Bei der Erstellung der Landwehr sind an Erdmassen bewegt worden: 12000m x 9cbm = 108000cbm, alles mit Schubkarren und Schaufeln. Die alte Landwehr befand sich links der Ilmenau und entstand im 14. Jahrhundert.
| Landwehr-Infotafel |
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| Abriß der Landwehren um Lüneburg (1576) |
Kartensignatur: StadtALg, K8A2 (k)
Nach Klärung der Einzelheiten ging es in die Endrunde. Auf Vorschlag von Museumsdirektor Körner wurde Verbindung mit dem Lüneburger Graphiker Boy-Schmidt aufgenommen. Zur gleichen Zeit hatten sich auf meine Anregung hin eine Reihe Barendorfer zusammengefunden, die einen Heimatverein gründeten. Der Erlös eines Dorfabends sollte allein für die Kosten des Wappens dienen. Das Ereignis fand im Gasthof 'Unter den Linden' (heute: 'Zum Pferdefreund') statt. Der Festsaal befand sich im oberen Stockwerk. Es war erstaunlich, was auf 72qm alles untergebracht werden konnte. Fahnen und Wappenschilder der Stadt und des Landkreises Lüneburg, und sogar eine Bühne wurden aufgeschlagen. Das Wappen war gesichert. Am 5. Juli 1950 beschloß der Gemeinderat (4 SPD und 3 DP) das vorgeschlagene Wappen anzunehmen."



