Geschichte
 
"Aus der Geschichte Barendorfs"

Inhaltsverzeichnis

GeschichteZusammenfassung der Dorfgeschichte
Aus der Geschichte BarendorfsAus der Geschichte Barendorfs
Dorfchroniken diverser AutorenDorfchroniken diverser Autoren
Das Gut BarendorfDas Gut Barendorf
Schule in Barendorf: 1896 bis heuteSchule in Barendorf: 1896 bis heute
Was uns Wappen erzählenWas uns Wappen erzählen
Familie BockelmannFamilie Bockelmann
Festschrift zur 850-Jahr-Feier 2008Festschrift zur 850-Jahr-Feier 2008
Wüstungen im GemeindegebietWüstungen im Gemeindegebiet
Historisches KartenmaterialHistorisches Kartenmaterial
Topografische LuftaufnahmenTopografische Luftaufnahmen
LiteraturLiteratur
ArchivArchiv


Eva Ziehmann verfasste dieses Dokument im Rahmen einer Seminararbeit im Jahr 1953. Uns lag eine Kopie einer Abschrift vom ehemaligen Schulleiter Gerhard Herm vor. Die in der Abschrift fehlenden Illustrationen in Form von Grafiken und Diagrammen haben wir soweit möglich aus dem Kontext entworfen.
Die Erkenntnisse Frau Ziehmanns sind teilweise von den heutigen abweichend, die sehr guten Karten dieser Seminararbeit aber nahezu fehlerfrei und nach wie vor aktuell.


"Aus der Geschichte Barendorfs

Die Entwicklung bis zur Verkoppelung

Die Gründung Barendorfs fällt in eine Zeit, aus der uns keinerlei zuverlässige Überlieferungen erhalten sind. Aus dieser Zeit heben sich wohl große geschichtliche Ereignisse, dank ihrer großen Bedeutung, ab, nicht aber eine für die Weltgeschichte so unbedeutende Tatsache wie die Gründung einer neuen Siedlung in der großen Heide. Später taucht dann auf einmal das Dorf, mit einer Jahreszahl versehen, als Ganzes auf. Wie die Entwicklung aber bis zu dem Zeitpunkt vor sich gegangen ist, wie überhaupt die ersten Siedler einst anfingen, das entzieht sich unserer wissenschaftlichen Untersuchung. Manchmal kann der Name eines Ortes Aufschluß geben über den ungefähren Zeitpunkt der Gründung desselben.
Nach Bückmann ist der Name Barendorf folgendermaßen zu erklären:
Das Wort thorp, thorpe, dorp, dorpe bezeichnet einen Volkshaufen, eine Menge, die bei der Gründung des Ortes tätig gewesen sein muß. Die Siedlungen geben sich ihren Namen nach als Haufendörfer aus, was sie auch in den meisten Fällen heute noch sind. Diese finden wir im ganzen Bezirk verstreut, herrschend sind sie aber im Bardengau. Nach Bückmann ist der Name "Barendorf" nach dem, bei den Langobarden nachgewiesenen Vornamen "Bardo" gebildet. Der Name hat sich folgendermaßen gewandelt: 1158 wird der Name "Bardenthorpe", 1450 "Barendorppe" ("Barendorpe") genannt.
In einem Protokollbuch der Gemeinde vom Ende des 19. Jahrhunderts fand ich den Namen "Bahrendorf". In den letzten 50 Jahren muß sich die Wandlung zu "Barendorf" vollzogen haben. Aus der Erklärung des Namens nach Bückmann sind keinerlei Schlüsse über den Zeitpunkt der Gründung des Ortes zu ziehen. Ich vermute, daß "Bardo" eine bedeutende Persönlichkeit zu der Zeit war, nach der diese Siedlung benannt wurde. Vielleicht war es auch der Name des ersten Siedlers.

Urkundlich wird Barendorf erstmalig 1158 erwähnt. In dem Artikel "Ältester Güterbesitz im Bardengau" berichtet Hammerstein:
"Schon 1158 schenkt Heinrich der Löwe dem Bistum Ratzeburg: item Bardenthorp de nostro proprio cum silvis et pascuis et omnibus utilitatibus et cum judicio colli et manus in dotem ecclesie conferimus et confirmanus (Mecklenburger Urkundenbuch 1 S.59).
1174 begiftet er ferner das Stift Ratzeburg mit den Worten:
dedimus etiam Raceburgensis ecclesie fratribus villam Bardenthorp trans Albim cum suis attinenciis, silvis pascuis, pratis et omnem jurisdictionem in ea, scilicet tam manus quam colli judicium, eidem ecclesi libere remisimus (ebend. S. 110)
Die Villa (das Dorf) wurde von Herzog Otto von Lüneburg gegen 3 Chor Salz aus der Lüneburger Saline, Haus Hoghinde, zurückerworben und dem Kloster Lüne übertragen, 1. Mai 1291 (ebend. 3 S. 409, 411, 414, 416). Es ist dies das Dorf Barendorf im Goh Oldenbrügge, das dem Kloster Lüne angehörte. Die Bewidmung durch die Urkunde vonn 1174 ist nur eine Wiederholung derjenigen von 1158."
Diese Stiftung scheint stattgefunden zu haben, denn nach der Urkunde 181 des Urkundenbuchs der Stadt Lüneburg vollzieht sich dieses: "Herzog Otto von Braunschweig und Lüneburg ertauscht von dem Domstifte Ratzeburg das Dorf Barendorf (Amt Lüneburg) für 3 Wispel Sülzrente aus dem Hause Hoghinde (Lüneburg) 1291 25.Februar. Der Vogt Johann Prekel und der Rath bezeugen dies."
Zusammenfassend sagt Manecke:
"Barendorf, worin 6 Hausstellen, hat Heinrich der Löwe 1158 dem neugestifteten oder eigentlich nur wiederhergestellten Stifte Ratzeburg geschenkt, weil es demselben aber zu entlegen gewesen, hat er dasselbe 1291 dem Herzog Otto von Braunschweig für 3 Chor Salz aus dem Sülzhause Hoying in Lüneburg überlassen, der es noch selbigen Jahres an das Kloster Lüne für 400 Taler verkauft hat."
Das Dorf geht also Ende des 13. Jahrhunderts in den Besitz des Klosters Lüne über.

Weitere Angaben über das Dorf habe ich dem Winsener Schatzregister entnommen:
Nach dem Winsener Landschatzregister wird Barendorf als eines der 14 Dörfer des Gohes Oldenbrügge genannt, die den wendischen Charakter tragen. Der Goh Oldenbrügge gehörte stets zum Bardengau und zählte 20 Dörfer mit sächsischem und 14 Dörfer mit wendischem Charakter. Letztere lagen hauptsächlich im Südosten des Gohes, auf der rechten Seite der Ilmenau.
Barendorf hatte nach dem Winsener Landschatzregister im Jahre 1450 7 Hakenhöfe (je 30 Morgen) und 1 Kote. Wörtlich heißt es im Landschatzregister:

"In der Gho tor Oldenbrügge.
Anno domini 1450
Bardenthorpe.
Clawes Busken......................1h dt.
Beneke Borchmeyer...............1h dt.
Gribow..................................1h dt.
Heyne Berns..........................1h dt.
Remmeke..............................1h dt.
Burmester..............................1h dt.
Beneke Godespenning.............1h dt.
Titeke....................................inchil.
Titeke Busken.........................kh dt. 5 Schilling"

(inchil = Anbauer; kh = kleine Kote, etwa Brinkbesitzer)

Die Aufbringung des Landschatzes, eine Art von Grundsteuer bestand seit dem 13. Jahrhundert. Und zwar unterschied sich die Aufbringung nach Pflügen von derjenigen nach Haken. Der wendische Haken enthielt 2 wend. Hufen = 30 Morgen. Die Höhe des Schatzgeldes betrug nach dem Register für den Haken 1 Mark.
Bis zur Reformation war Barendorf dem Kloster Lüne abgabepflichtig. Im Jahre 1529 wurde aus den Gütern des Klosters das Amt Lüne gebildet. Die oberste Verwaltung lag in den Händen eines Amtsmannes. Das Amt Lüne war in die Hausvogtei (22 Dörfer und 8 einzeln liegende Höfe) und in die Vogtei Barendorf eingeteilt.
Diese enthielt 20 Dörfer und 2 einstendige Höfe, worin sich 153 pflichtige und 16 freie Hausstellen befanden.
Ich glaube, dass der Grund, warum gerade Barendorf der Sitz des Vogtes wurde, darin zu finden ist: Barendorf liegt von den 22 Dörfern, die zur Vogtei gehörten, am weitesten westlich und ist der Stadt Lüneburg und somit dem Kloster Lüne am nächsten gelegen.
Kurhannoversche Landesaufnahme des 18. Jahrhunderts (1774) - Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Kartenabteilung: Signatur: Kart. N 25564
Abb.: Landesaufnahme 1774
Eine letzte Quelle, die Aufschluss gibt über das Dorf vor der Verkoppelung, ist die Fotokopie der Landesaufnahme von 1764 bis 1780. Verglichen mit einer Karte von heute ist folgendes festzustellen:
Form und Größe der Feldmark haben sich gegenüber der heutigen nicht viel verändert. Da auf der Landesaufnahme keine Gemeindegrenze zu finden ist, habe ich versucht sie einzuzeichnen. Und zwar habe ich die Feldmark dort begrenzt, wo die Gewannfluren aufhören, die als zu Barendorf gehörig leicht zu erkennen sind. Die Flurstücke "Hohe Feld, Sterbrocksberg, Stadtkamp, Gauen Ort und Beim Kiewit" sind auch heute noch die Grenzfelder der Barendorfer Feldmark. Bei dem Acker handelt es sich um Gewannfluren, in denen die Besitzer jeweils ihre Anteile haben. Die Felder sind mit dem Dorfe durch Wege verbunden, die noch nahezu in derselben Form in der heutigen Feldmark zu finden sind. Die Poststraße Lüneburg-Dannenberg, die nördlich des Ortes quer durch die Feldmark verlief, ist heute nicht mehr zu erkennen. Die Heerstraße, die in Ostwest-Richtung nördlich das Dorf berührt, endet bei der Landwehr. Sie hat annähernd denselben Verlauf wie die jetzige Hauptstraße.
Es ist anzunehmen, daß die alte Heerstraße im Laufe der Jahre immer besser ausgebaut worden ist, um die Verbindung zwischen Lüneburg und der Elbe stets aufrecht zu erhalten.
Die 6 Höfe sind nahezu im Halbkreis angeordnet.
Alle Bauern wohnten im Dorfe. Die Größe der einzelnen Hofstellen scheint ungefähr gleich gewesen zu sein.
Wie aus der Karte ersichtlich, handelt es sich um 3 Nutzungsarten des Bodens: Wald, Heide und Acker. Ganz grob geschätzt ist je ein Drittel Wald, Heide und Acker in der Feldmark zu finden. Bei Manecke fand ich folgende Beschreibung: "Das Barendorfer Holz, die beste und dem Flächengehalte nach die größte im Amte Lüne, nur schade, daß sie nicht zusammenhängt, sondern 10 kleine Reviere ausmacht."Wie eine Statistik zeigt, hatte Barendorf 1821 94 Einwohner. Es ist anzunehmen, daß diese 94 Menschen in der Hauptsache von den Produkten der Land- und Forstwirtschaft gelebt haben.


Zustand des Dorfes zur Zeit der Verkoppelung

Meine Aussagen in diesem Kapitel stützen sich in der Hauptsache auf die Angaben des Rezesses von 1828. Die Verkoppelung der Feldmark erfolgte um das Jahr 1825.
In dem Rezeß sind zunächst in 23 Paragraphen Gesetze und Vorschriften festgelegt, die nach der Verkoppelung zu beachten sind. In §1 wird gesagt, daß fortan jeder Besitzer nur sein eigenes privates Land zu beackern hat und daß er keine Ansprüche auf den Acker eines anderen Dorfbewohners stellen kann. §2 befaßt sich mit der Frage der Äcker, die noch weiterhin gemeinschaftlich genutzt werden. Wie aus Karte 3 ersichtlich ist, handelt es sich hierbei nur um kleine Ackerstücke. §4 befaßt sich mit "Abgaben und Lasten". In diesem Paragraphen wird festgesetzt, daß es der "Obrigkeit des Ortes" überlassen bleibt, die Lasten in den besonderen Situationen festzusetzen. Die folgenden Paragraphen befassen sich mit der Entwässerung. In §19 heißt es: "Der auf der Barendorfer Feldmark ruhende der Allergnädigsten Landesherrschaft zustehenden Natural-Zehnten bleibt im allgemeinen unverändert." §20 unterstützt, daß es sich bei dem Rezeß um ein Vertragbuch handelt. "Alle Irrungen, Streitigkeiten und nicht erwähnte Fälle sollen nach Anleitung dieses Rezesses entschieden werden, und dagegen durchaus keine Einwendungen stattfinden." §23 betont noch einmal, daß sich sämtliche Interessenten der genauesten Erfüllung des Rezesses zu allen Zeiten unbedingt zu unterwerfen haben.

Das Verteilungsregister, das nach diesen 23 §§ angeführt ist, gibt Aufschluss über die Anzahl der Besitzer, über die Größe ihres Besitzes und über die Größe der gesamten Feldmark.

Folgende Reihenfolge nach der Größe:

1.) Freihufner Küster
2.) Vollhufener Clasen
3.) Halbhufener Suhrke
4.) Halbhufener Stein
5.) Halbhufener Baße
6.) Köthner Dransfeld
7.) Königl. Domäne Forsthaus
8.) Vogt Findorf (Anbauer)
9.) Meyer aus Volkstorf (Anbauer)

Barendorf hatte also zur Zeit der Verkoppelung: 2 Vollhöfe, 3 Halbhöfe, 1 Kothe, 2 Anbauerstellen und eine Forsthausstelle. Es ist anzunehmen, daß die beiden Anbauer Findorf und Meyer die jüngsten Besitzer des Dorfes gewesen sind. Demnach ist bestätigt, daß Barendorf 6 Hausstellen hatte (s. Manecke, s. Landesaufnahme).
Barendorfer Feldmark 1828 nach der Verkoppelung
Abb.: Barendorfer Feldmark 1828
Eine Verkoppelungskarte habe ich nicht vorgefunden. Die Karte, die ich in dieser Arbeit als Karte 3 beigefügt habe, ist von mir entworfen. Und zwar habe ich diese nach einer handgezeichneten Flurkarte von 1880 und nach den Angaben des Rezesses gezeichnet.
Folgende Zusammenstellung zeigt, wie sich das Land der Barendorf Feldmark auf die einzelnen Besitzer verteilt.
Besitzer der Feldmark 1880
Abb.: Besitzer der Feldmark 1880
Die Größe der gesamten Feldmark beträgt demnach 3177 Morgen 8 Ruthen = 7,9km².

Nutzung der Feldmark 1880
Abb.: Nutzung der Feldmark 1880
Graphisch dargestellt ergibt sich folgendes Bild: Nahezu 3/4 der Gesamtfläche ist Weide, das heißt Heidefläche, die wahrscheinlich als Viehweide benutzt wurde. Ungefähr 1/4 der Fläche ist Ackerland. Nur ein geringer Prozentsatz verteilt sich auf Hofraum, Gartenland und Wiesen.

Über den Waldbesitz der Gemeinde gibt §13 des Rezesses Auskunft. Da heißt es "Die Dorfschaft Barendorf besitzt außerhalb der verkoppelten Feldmark, am westlichen Ende der Herrschaftlichen Hohen Birkenforst (s. 4.2) ein vor mehreren Jahren unter die Interessenten verteiltes privates Holzrevier von ca. 100 Morgen mit Hart- und Weichholz melliert bestanden (s. K.5 "Hägeberg"). Dieses Revier darf auf keine Weise zu einer anderen Kulturart veräußert werden.
Damit für die gegenwärtige als zukünftige Generation kein Holzmangel entstehen könne, wird den Interessenten eine haushälterische auf forstwirtschaftliche Prinzipien sich gründende Benutzung zur Pflicht gemacht. Überhaupt unterwerfen sich die Interessenten hinsichtlich der zukünftigen Nutzung Bewirtschaftung der Forsten der ordnungsgemäßigen Forst-Polizei-Aufsicht."

Über die Bedeutung der Flurnamen habe ich keinerlei habe ich keinerlei Aufzeichnungen gefunden. Die Namen: "Am Rießelberg, Hinterm Ruhberge, Stodbrügskoppel" sind benannt nach den Namen der Erhebungen, die in der Feldmark an den betr. Stellen zu finden sind (vgl. K.1 und K.2). Die Bezeichnungen "Landwehrskamp" und "Stadtkamp" sind ihrer Lage nach zu begründen. Über die Lage der Hofstellen habe ich keine Angabe gefunden, auch über die Bewohner fehlt jegliche Angabe. Im Anhang des Rezesses ist eine Teilungsberechnung, in der festgelegt wird, wieviel Schweine-Weide jeder Besitzer zu bekommen hat. Diese Zustände, wie sie der Rezeß schriftlich festgelegt hat, sind nur annähernd 20 Jahre unverändert geblieben. Wie ich aus den Gemeindeakten, der Schulchronik und Angaben des Gem. Direktors erfuhr, trat dann schon eine wesentliche Änderung ein.


Die Entstehung des Gutes

Um das Jahr 1847/48 erfolgt eine grundlegende Änderung in der Weiterentwicklung des Dorfes. Die 3 Höfe der Besitzer Clasen, Küster und Suhrke werden zusammengelegt. Besitzer dieses neugebildeten Hofes ist ein Herr von Dassel. Wie der Gemeindedirektor mir berichtet, waren damals schlechte Zeiten für die Landwirtschaft und von Dassel kaufte die 3 Höfe den Besitzern für ganz geringe Summen ab. Die Schulchronik berichtet, daß der Hof des Suhrke für 9000 Mark, der Hof des Küster für 11000 Taler und der Hof des Clasen für 8000 Taler verkauft wurde (die angegebene Summe bezieht sich auf den Preis für das Land und Hof mit Inventar). Aus den Gemeindeakten geht hervor, daß das Gut bis 1889 in den Händen der Gebrüder von Dassel blieb. 1889 bis 1910 ist Rittmeister Kommallein der Besitzer. 1910 tritt ein deutscher Rückwanderer aus Argentinien Juister als Besitzer auf. Von 1915 bis 1918 gehört dem Oberamtmann Ungnade das Gut. Im November geht das Gut in den Besitz der Familie Bockelmann über, der es auch heute 1953 noch gehört.

Dieser neugebildete Hof, der sich später Gut nennt, muß einen Besitz in der Größe von 1833 Morgen (458,25 ha) gehabt haben, denn nach dem Rezeß hatte Clasen 802, Küster 609 und Suhrke 422 Morgen eigenes Land. Demnach gehörte dem Gut bei dessen Entstehung 58 Prozent des Landes der gesamten verkoppelten Feldmark Barendorfs. Im Laufe der folgenden Jahre müssen die einzelnen Besitzer des Gutes Land an die Forst verkauft haben. Vergleicht man die Verkoppelungskarte (s. Karte 3) mit der Karte der heutigen Feldmark (s. Karte 5), so ist festzustellen, daß einige Stücke im Osten der Feldmark (Rießel-, Reuterberg) und im Westen (die Pohlstücken, beim Heidkamp, am Ziegenbruch) früher zum Gut gehört haben.

Heute beträgt die Größe der Ländereien des Gutes nur noch 1112 Morgen (278 ha), demnach sind im Laufe der Jahre 721 Morgen (180,25 ha) verkauft worden. Nach den Angaben der Mutterrolle hatte das Gut um 1900 einen Besitz von 276 ha, daraus ist zu schließen, daß der Verkauf des Landes schon in den ersten 50 Jahren nach der Entstehung des Gutes erfolgte. In demselben Jahr, in dem das Gut entsteht, verkauft der Besitzer Stein seinen Hof an Suhrke. Suhrke bleibt also weiterhin in Barendorf. Die anderen Besitzer Clasen, Küster, Stein werden nicht mehr erwähnt.

Die Entstehung des Gutes hat zur Folge, daß zunächst rein äußerlich eine grundlegende Änderung in der Anlage des Dorfplatzes erfolgt. Anstelle der 3 Höfe entsteht in den folgenden Jahren der Gutshof. Auf der ersten Karte, die ich vorfand, aus dem Jahr 1880 (Karte 4), ist der Gutshof als ein ziemlich geschlossener Hof zu erkennen.

Dorfplan 1880
Abb.: Dorfplan 1880
Mit dem Jahre 1848 setzt eine rege Bautätigkeit im ganzen Dorfe ein. 1850 entsteht das große Gutshaus (Karte 4, Gebäude a). 1859 bauen Dransfeld, 1862 Meyer (Hof 4), 1857 Basse und 1889 Suhrke neue Wohnhäuser. Der Hof des Besitzers Basse wird an eine andere Stelle des Dorfes verlegt (vergl. Karte 3 und 4). Auch einige Wohnhäuser für die Arbeiter des Gutes werden gebaut. Die Zahl der Wirtschaftsgebäude, die außerdem neu errichtet werden, ist nicht nachzuweisen.
Hervorzuheben ist, daß das Dorf in seiner Anlage nach der Entstehung des Gutes ein ganz anderes Bild bekommt. Während vor dem Jahre 1847 nur Bauernhöfe dem Dorfe das Gepräge gaben, finden wir nach 1847 einen großen Gutshof, einige Bauernhöfe und Arbeiterwohnhäuser, deren Bewohner auf dem Gute arbeiten.

Es tritt aber nicht nur eine Änderung der äußeren Verhältnisse ein, auch die Zusammensetzung der Dorfbevölkerung wird mit der Entstehung des Gutes eine andere. Bis zum Jahre 1847 war Barendorf ein reines Bauerndorf. Die Menschen, die auf einem Bauernhofe lebten, setzten sich meistens aus dem Besitzer, dessen Familie und einigen "losen" Landarbeitern, vielleicht noch aus ein oder zwei Arbeiterfamilien zusammen. Die Arbeiter waren meistens einheimisch und blieben manchmal ihr ganzes Leben lang auf dem einen Hof. Im Jahre 1847 verschwinden 3 Höfe, somit auch drei Besitzerfamilien.
An die Stelle tritt nur ein großer Hof und ein Besitzer, der zur Bewirtschaftung seiner großen Ackerflächen viele Arbeiter braucht. Es muß für ihn schwierig sein, genügend einheimische Landarbeiter zu bekommen, denn die Schulchronik berichtet aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts: "Auf dem Gute werden durchweg fremde Arbeitskräfte gebraucht, weil hiesige nicht zu haben sind. Der größte Teil der Arbeiter stammt aus Ostpreußen und Posen, ein anderer aus dem hannoverschen Wendlande. Einzelne Familien, die hier ansässig sind oder waren, stammten aus der Schweiz, Frankreich und Rußland." Ich glaube, daß diese Zustände auch schon Ende des 19. Jahrhunderts geherrscht haben.
Die Bevölkerung ist nach der Entstehung des Gutes gemischt, während sie vorher in der Hauptsache nur aus Einheimischen bestand. Ausländische Arbeiter, die auf dem Gute arbeiten, sind nicht so beständig wie die einheimischen, sie bleiben nicht ihr ganzes Leben lang auf dem Gute, sondern verlassen bald wieder den Ort. Folgende Notizen der Schulchronik zeugen von der Unständigkeit dieser fremden Arbeiter:

"1902. von den 29 Kindern waren 12 Kinder in Barendorf und 17 Kinder anderswo geboren."

"Am 1. Dez. 1905 wies Barendorf eine Einwohnerzahl von 144 auf, dieselbe ist jedoch einem steten Wechsel unterworfen."

"1905. Der Flachsbau ist ganz verschwunden. Die Ursache des Rückgangs ist in erster Linie die Leutenot. Einheimische Dienstboten gehen in die Stadt, um dort bequem ihr Brot zu verdienen. Der Landmann muß sich deshalb durch minderwertige Arbeitskräfte entschädigen. Der Zuzug vom Osten macht sich sehr bemerkbar. Von 9 Arbeiterfamilien des hiesigen Gutes waren im Winter 1905/06 vier aus Polen oder Westpreußen. Von April bis Dezember arbeiten in jedem Jahr 30 Galizier."

"1912. Etwa 50 Prozent der Schulkinder wechselt halbjährlich mit den Wohnsitzen und damit auch mit den Schulen."


Zusammenfassend will ich kurz die Bedeutung der Untersuchungen dieses Kapitels für die Weiterentwicklung hervorheben: Barendorf das bis 1847 ein reines Bauerndorf war, verwandelt sich in den folgenden Jahren in ein Dorf, in dessen Mittelpunkt das Gut steht.


Barendorf im Jahre 1939

Nahezu 100 Jahre sind seit der Entstehung des Gutes vergangen. Der Dorfcharakter Barendorfs ist in dieser Zeit ziemlich unverändert geblieben. Obwohl einige Kleinsiedlungen neu dazugekommen sind, steht auch in dem Jahre 1939 noch das Gut im Mittelpunkt des Dorfes.
Dorfplan 1939
Abb.: Dorfplan 1939
Wie das Bild des Dorfes in dem Jahre ausgesehen hat, zeigt die Karte 6. Verglichen mit Karte 4, aus dem Jahr 1880, ist hervorzuheben, daß keine nennenswerte Änderung in der Anlage des Dorfes erfolgt ist. Die natürliche Entwicklung des Ortes, die darin besteht, daß einige neue Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude errichtet sind, hat stattgefunden.
Der Gutshof hat sich seit dem Jahre 1880 um einige neue errichtete Gebäude vergrößert, so daß im Jahre 1939 14 von 29 Wohnhäusern allein zum Gute gehören, somit des der Charakter des Gutsdorfes noch mehr unterstrichen.

Barendorf hat in dem Jahre außer dem Gutshof noch die 3 alten Bauernstellen (Hof 1-3 der Karte 6), 4 Anbauernstellen (Hof 4-7) und die Forsthausstelle (Hof 8), außerdem 2 Handwerkersiedlungen, wovon eine (s. nördlich vom Forsthause) zum Gut gehört. Die Höfe und Anbaustellen sind mit zwei Ausnahmen noch im Besitz der Familien geblieben, die die Höfe schon im Jahre 1880 ihr Eigen nannten.

Über die Zahl der Einwohner und deren Beschäftigung geben mir die Volkszählergebnisse einen Aufschluß. Barendorf zählte im Jahr 1939 192 Einwohner, davon 108 Erwerbspersonen. Von diesen 108 Personen waren 80 in der Land- und Forstwirtschaft, 14 in Industrie und Handwerk, 6 in Handel und Verkehr, 3 in öffentlichen und privaten Diensten und 5 in häuslichen Diensten beschäftigt.

Erwerbspersonen 1939
Abb.: Erwerbspersonen 1939
Eine graphische Darstellung verdeutlicht, daß der Prozentsatz der in der Landwirtschaft arbeitenden Personen nahezu 75 Prozent beträgt. 25 Prozent der Erwerbspersonen verteilen sich auf andere Berufe. Barendorf ist also auch noch im Jahre 1939 ein Dorf, dessen größter Teil der Bewohner in der Landwirtschaft tätig ist.

Die Flächengröße der Feldmark beträgt in diesem Jahre 9,23km². Es sind nur kleine Änderungen in den Besitzverhältnissen seit der Entstehung des Gutes erfolgt. Wie ich schon im letzten Kapitel erwähnte, hat das Gut 180,25 ha Land an die Forst verkauft. Außerdem ist das Stück "Bei dem Bullenkamp" (s. Karte 5 im Süden) in den Besitz eines anderen Dorfbewohners übergegangen. Dieses Stück von 7,25 ha gehört im Jahre 1939 zum Hofe des Anbauern Meyer II.

Das Land der Barendorfer Feldmark verteilt sich nach Angaben der Mutterrolle auf folgende Besitzer:

Bockelmann (Gut)............278 ha
Cordes............................133 ha
Suhrke..............................84 ha
Meyer I.............................63 ha
Meyer II.............................8 ha
Meyer III............................3 ha
Schmidt..............................7 ha
Lühr...................................1 ha
Gemeinde (Wege etc.).......24 ha
Klosterfonds (Forst*)........307 ha
Alle anderen Besitzer.........15 ha
= 923 ha = 9,23km²

* seit 1947 Allg. Hann. Klosterfonds, vertreten durch den Präsidenten der Klosterkammer
Besitzer der Feldmark 1939
Abb.: Besitzer der Feldmark 1939
Barendorfer Feldmark 1953
Abb.: Barendorfer Feldmark 1953
Diese Verteilung gilt auch heute noch, im Jahre 1953. Es ist dieses der Zustand, wie Karte 5 zeigt. Demnach nimmt die Forst nahezu 1/3 der Gesamtfläche der Barendorfer Feldmark ein. Abgesehen davon gehören dem Gut 45 Prozent der restlichen 616 ha, die sich auf die Besitzer Barendorfs verteilen.

So weit die Untersuchungen über die Zustände Barendorfs im Jahre 1939. Ich stelle zum Schluß dieses Kapitels noch einmal heraus, daß der Charakter des Dorfes auch in diesem Jahre noch weitgehend von dem im Mittelpunkte stehenden Gut bestimmt wird.


Die Umgestaltung des Dorfes im Gefolge des 2. Weltkrieges

Der 2. Weltkrieg ist beendet. Auch das Dorf Barendorf hat viele Vertriebene aus dem Osten und Ausgebombte aus Hamburg aufnehmen müssen. Zunächst fanden diese "Neubewohner" Wohnung in den vorhandenen Häusern Barendorfs. Das Unterkommen war insofern nicht so schwierig als mit Beendigung des Krieges auch die ausländischen Arbeiter, die als Kriegsgefangene während des Krieges in der Landwirtschaft tätig gewesen waren, jetzt wieder in ihre Heimat zurückkehren. So nehmen viele Vertriebene die Wohnungen und zugleich die Arbeitsplätze der Gefangenen ein. An erster Stelle ist es das Gut, das vielen Vertriebenen Unterkunft und Verdienst bieten kann. Aber auch bei den anderen Bauern finden einige von ihnen Arbeit. Jeder der Vertriebenen, der nur irgendetwas von der landwirtschaftlichen Arbeit versteht, nutzt dieses aus, denn mit dem Verdienst ist zugleich der Erwerb der damals so knappen Lebensmittel verbunden.

Sobald die neue Währung eingeführt wurde, versuchten einige der Vertriebenen eine ihren erlernten Berufen gemäße Arbeitsstelle zu finden. So kam es, daß besonders die gelernten Handwerker sich in dem nur 7 km entfernt gelegenen Lüneburg Arbeit suchten und täglich zu ihrer Arbeitsstelle fuhren.

Um das Jahr 1948 begannen 3 dieser Vertriebenen, die in Lüneburg arbeiteten, hier in Barendorf eigene Wohnhäuser zu bauen. Das Land für die Bauplätze verkaufte ihnen das Gut. Da sie zunächst versuchten, ihre Häuser mit eigenen Mitteln zu errichten, ging der Bau recht langsam vor sich, bis sie dann zur Vollendung des Baues Kredit aufnehmen mußten.

Während aus anderen Orten viele Flüchtlinge in die Industriegebiete Deutschlands übersiedelten, um dort Arbeit zu finden, sind hier in Barendorf mit wenigen Ausnahmen alle Flüchtlinge, die nach 1945 sich hier niederließen, auch geblieben, denn die günstige Lage des Ortes ermöglichte den meisten von ihnen eine neue Existenzgründung. Obwohl viele Vertriebene hier bald wieder eine ihnen zukommende Arbeitsstelle gefunden hatten, fühlten sie sich doch auf die Dauer in den allzu kleinen Wohnungen nicht wohl.

Dorfplan 1953
Abb.: Dorfplan 1953
So ist der Bau der ersten Häuser der Anfang einer neuen Siedlungsperiode geworden, denn bald nachdem die ersten 3 Häuser fertig waren, begannen im Jahre 1949 auch andere Flüchtlinge hier im Orte zu bauen. Seit 1948 sind 23 Neusiedlungen entstanden. Alle Besitzer sind mit vier Ausnahmen Vertriebene, die hier im Orte seit 1945 wohnen.

Das Land für 15 Bauplätze verkaufte das Gut, für 4 die Forst und für 4 der Besitzer Cordes. An welcher Stelle des Ortes diese Neusiedlungen entstanden sind, ist aus Karte 7 ersichtlich.

In diesem Jahr (1953) hat Barendorf 51 Wohnhäuser gegenüber 29 im Jahre 1939. Von diesen sind, wie ich schon erwähnte, 23 Neubauten zu verzeichnen. Zum Gut gehören in diesem Jahre 12 Wohnhäuser, die alle vor 1939 erbaut worden sind. Das Dorf zählt noch 8 Niedersachsenhäuser, es sind dieses die Wohnhäuser der Höfe 1-6 (s. Karte 7).

Erwerbspersonen 1953
Abb.: Erwerbspersonen 1953
Die Zahl der Einwohner hat sich bis zu diesem Jahre auf 416 erhöht, gegenüber 192 im Jahre 1939. Während im Jahre 1939 noch annähernd 75 Prozent der Erwerbspersonen Barendorfs in der Landwirtschaft tätig waren, und nur 25 Prozent in anderen Berufen, hat sich das Verhältnis in den letzten 8 Jahren verschoben. Jetzt ist es so, daß mehr als 50 Prozent der Erwerbspersonen in anderen Berufen arbeiten. 40 Erwerbspersonen fahren täglich nach Lüneburg.

Wesentliche Änderungen in den Besitzverhältnissen sind seit dem Jahre 1939 nicht eingetreten. Die Neusiedler haben meistens nur so viel Land gekauft, daß sie um ihr Haus herum einen Garten anlegen können.

Diese Angaben über die Zustände des Dorfes in der Zeit zwischen den Jahren 1945 und 1953 zeigen, daß das Dorf einen anderen Charakter anzunehmen beginnt. Bis zum Jahre 1945 stand das Gut im Mittelpunkt des Dorfes. Mit dem Anwachsen der Bevölkerung und der Anzahl der Wohnhäuser infolge des Krieges tritt das Gut immer mehr zurück. Rein äußerlich gesehen wird das Bild des Dorfes in diesem Jahre schon erheblich von den vielen Neubauten bestimmt. Es sind nicht mehr die Arbeiterhäuser und der Gutshof, die dem Dorf das Gepräge geben.

Die Untersuchungen über die Erwerbspersonen und deren Arbeitsstellen zeigten mir, daß nur noch ein geringer Teil der Dorfbewohner im Jahre 1953 auf dem Gute arbeitet.

Zum Schluß des Hauptteils dieser Arbeit will ich noch einmal kurz zusammenfassen, welche wesentlichen Änderungen in der Entwicklung des Dorfes erfolgt sind.

Barendorf ist bis zum Jahre 1847 ein reines Bauerndorf. Mit der Entstehung des Gutes setzt eine Siedlungsperiode ein, in deren Verlauf das Bauerndorf in ein Gutsdorf verwandelt wird. Hundert Jahre später nach Beendigung des 2. Weltkrieges setzt erneut eine Siedlungsperiode ein, in deren Verlauf sich das Gutsdorf in eine Arbeiterwohnsiedlung zu verwandeln scheint. Diese Siedlungsperiode ist in diesem Jahre (1953) noch nicht beendet.


Möglichkeit der Weiterentwicklung des Dorfes

Den Hauptteil dieser Arbeit schloß ich mit der Vermutung, daß Barendorf sich im Verlaufe der jetzt andauernden Siedlungsperiode in eine Arbeiterwohnsiedlung verwandeln wird. Meine Vermutung stützt sich auf folgende Tatsachen.
Nahezu 50 Prozent aller Wohnhäuser Barendorfs sind Neubauten. Der größte Teil dieser Neubautenbesitzer arbeitet in Lüneburg. Wie aus Karte 7 ersichtlich ist, sind noch 4 weitere Bauplätze im Dorfe verkauft, auf denen in den nächsten Jahren Wohnhäuser gebaut werden sollen. Auch bei diesen Besitzern handelt es sich um Arbeiter oder Handwerker. Die Zahl der Neubauten würde sich damit auf 27 erhöhen.
Außerdem ist die Errichtung 14 weiterer Kleinsiedlungen hier im Orte geplant. Der Bau dieser Häuser soll von einer Siedlungsgesellschaft finanziert werden. Man ist sich nur noch nicht einig darüber, an welcher Stelle des Ortes diese Häuser errichtet werden sollen.
Zunächst wollte der Anbauer Schmidt seinen Besitz in der Größe von 7 ha zu diesem Zweck an die Siedlungsgesellschaft verkaufen. Es ist dieses Land, das zwischen den beiden Stücken "Stadtkamp" und "Hinterm Hirtengarten" (s. Karte 5 im Westen der Feldmark) neben der Haupstraße liegt. Da dieser Landstreifen nur annähernd 100m breit ist, hätten die Neusiedler von ihren Häusern aus je einen Anfahrtsweg zur Haupstraße haben müssen. Die Verordnung besagt aber, daß keine direkte Anfahrt zu einer Hauptstraße gebaut werden darf. Bis jetzt ist noch nicht entschieden, wo die 14 Siedlungen jetzt gebaut werden sollen.
So werden in den kommenden Jahren aller Voraussicht nach insgesamt weitere 18 Kleinsiedlungen in Barendorf entstehen. 15 der Bewerber für diese neuen Häuser sind nicht ortsansässig.
Aus der Tatsache, daß in den nächsten Jahren auch nicht ortsansässige Vertriebene hier bauen werden, weil die Lage Barendorfs besonders günstig ist, schließe ich, daß die Einwohnerzahl noch erheblich ansteigen wird.
Im nächsten Jahr soll der Bau einer neuen Schule in Angriff genommen werden. Da die 1896 erbaute Schule nur mit einem Klassenraum versehen ist, reicht sie für die zunehmende Zahl der Schulkinder nicht mehr aus. Den Bauplatz hat die Gemeinde bereits vom Gut gekauft.
Wenn die Entwicklung des Dorfes wirklich dahin geht, daß immer mehr Siedlungshäuser gebaut werden, so wird das "alte Barendorf" immer mehr an Bedeutung verlieren. Wie gesagt, das ist nur eine Möglichkeit der Entwicklung wie ich sie kurz skizziert habe. Was wirklich eintritt, wird uns die Zukunft zeigen.


Literaturverzeichnis

  • 1. H. Ringklib: Statistische Übersicht der Einteilung des Königreiches Hannover. Hannover 1859
  • 2. Harscim: Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. Hannover 1848
  • 3. Dr. W. F. Volger: Urkundenbuch der Stadt Lüneburg Bd. 3. Hannover 1872
  • 4. Meyer: Das Winsener Schatzregister. Lüneburg 1891
  • 5. Lüneburger Heimatbuch Band 2: Aufsatz "Orts- und Flurnamen" Prof. Bückmann, Bremen 1914
  • 6. U.F.C Manecke: Topographisch-historische Beschreibungen der Städte, Ämter und adligen Gerichte im Fürstentum Lüneburg. Celle 1858
  • 7. Hammerstein: Der Bardengau. Hannover 1869
  • 8. H. Pröve: Dorf und Gut im alten Herzogtum Lüneburg. Göttingen 1929
  • 9. A. Hueg: Heft 21 der Schriftenreihe "Dorf und Bauerntum" Eine Fibel als Hilfsbuch zur Niedersächsischen Dorfgeschichtsforschung. Oldenburg 1959

  • 1. Schulchronik der Gemeinde Barendorf (1896-1936)
  • 2. Rezeß der Gemeinde Barendorf (1828)
  • 3. Mutterrolle der Gemeinde Barendorf


Karten

  • 1. Topographische Landesaufnahme des Kurfürsten- tums Braunschweig-Lüneburg 1764. 1780 Herausgegeben durch die historische Kommission im Maßstab 1:40000
  • 2. Handzeichnung der Gemarkung Barendorf - Ausgefertigt aus der Grundsteuergemarkungskarte Maßstab 1:3200. Lüneburg 1880
  • 3. Meßtischblatt "Neetze" Nr. 2729"


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Barendorf Wappen