Geographie

Geographische Position
Grob geographisch betrachtet liegt Barendorf im Nordosten des Bundeslandes Niedersachsen.
Exakt positioniert sich Barendorf 53°13'30" nördlicher Breite und 10°31'20" östlicher Länge auf einer durchschnittlichen Höhe von 60-90m über NN. Barendorf liegt am östlichen Rand der Lüneburger Heide und zeigt die dafür typische Geländeform sowie Geländebedeckung.
Auszug TK25 (2001)
Homepage der Landesvermessung und Geobasisinformation Niedersachsen öffnen.Quelle: Auszug aus den Geobasisdaten der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung ©

Geländeform
Umland
Die Form des umliegenden Geländes ist überwiegend eben bis wellig (0-20m) und wenig durchgeschnitten, vereinzelt stellenweise aber schwach hügelig (20-50m).
Umland
Die höchste Geländeerhebung in nächster Nähe (ca. 40km) ist der Wilseder Berg mit einer Höhe von 169,2m. Der Landschaftstyp wird als karge "Geestlandschaft" bezeichnet.
Umland
Die Geestlandschaft entstand durch Gletscherablagerung während der drei letzten Eiszeiten in Norddeutschland, die von Skandinavien in Form von End- und Grundmoränen bis dorthin transportiert wurden:
  • Elster-Eiszeit vor 480.000-430.000 Jahren
  • Saale-Eiszeit vor 240.000-180.000 Jahren
  • Weichsel-Eiszeit vor 120.000-10.000 Jahren
(Eiszeiten werden nach Flüssen benannt, die im Allgemeinen die weiteste Ausdehnung des Eises angeben)
Die Grundmoränen liegen in den weiten Gletscherzungenbecken und werden von den Endmoränen umrahmt, die leicht abfallend über Sandflächen (Sander) in die Urstromtäler des Gletschers übergehen.
Die Landschaft um Barendorf zeigt die Hinterlassenschaften einer Grundmoräne, welche nach dem Abschmelzen des Gletschers durch das mitgeführte Material (Kies, Sand, Lehm, Mergel) entstand.
Findling im Mausetal (eine Packung "Tempos" obenauf)
Findling im Mausetal
Auch sehr große Gesteinsmassen können durch die vordringenden Gletscher und die über mehrere Tausend Jahre andauernde Eiszeit über sehr weite Strecken transportiert werden, daher findet man im Umland von Barendorf große Felsen (Findlinge), die vereinzelt in der ansonsten flachen Landschaft liegen.

Bodenarten und Bodenschätze
Aufgrund der Meeresnähe sowie durch die tektonische Randlage und durch die Hinterlassenschaften der
Kiesgrube
Kiesgrube
vergangenen Eiszeiten weist Barendorf und das Umland keine nennenswerten Bodenschätze sowie deren Nutzung, ausser die Übertage-Exploration von Kies und Sand durch nahegelegene Unternehmen, auf.

stehende und fließende Gewässer
Barendorf weist ausser einigen Teichen sowie kleineren Tümpeln, Bächen und Rinnsalen, keine nennenswerten natürlichen Gewässer auf.
Elbe-Seitenkanal bei Wendisch Evern
Elbe-Seitenkanal
Westlich an Barendorfs Umland schneidet der 1976 fertiggestellte Elbe-Seitenkanal als künstliche "Wasserstrasse" das Gelände, wobei über das Wasseraufnahmevolumen der Kanalteilstrecken bei Trockenheit oder Hochwasser der Wasserversorgungsausgleich unterstützt werden kann.
Der Elbe-Seitenkanal verbindet den Hamburger Hafen mit dem Mittellandkanal. Besonders erwähnenswert ist der militärische Nutzen zu den Zeiten des Kalten Krieges, indem die Querschnittsbauform mit sehr steilen Böschungswinkeln einen motorisierten Bodenangriff erheblich erschweren bzw. verhindern sollte.
Landwehr-Infotafel
Landwehr-Infotafel
Ebenfalls entlang dieser Linie Verlief die einstige Landwehr. Heute ist der Elbe-Seitenkanal ein beliebtes Naherholungsgebiet für Spaziergänger, Wanderer, Radfahrer und Angler entlang des umliegenden Kanalrandes. Da der Mittellauf der Elbe zum Zwecke des Naturschutzes nicht weiter ausgebaut werden soll, ist mit einem Ausbau des Elbe-Seitenkanals zu rechnen.

Klima
Barendorf liegt ganzjährig in der nordhemisphärischen Westwindzone. Im Winterhalbjahr erfassen atlantische Tiefausläufer mit ihren Frontensystemen sehr häufig Barendorf.
Länger andauernde Hochdruckwetterlagen sind seltener und häufig mit einer Zufuhr trocken-kontinentaler Kaltluft aus Nordosten bis Südosten, sowie dem maritimen Klima der Nordsee und Ostsee verbunden.
Während der Hochdruckwetterlagen treten z.T. strenge Fröste (-15°C oder noch kälter) auf, wohingegen während der niederschlagsreichen, feuchtkalten Westwetterlagen meist nur leichte bis mäßige Fröste auftreten. Dafür fällt dann umso mehr Niederschlag.
Ergiebige und verbreitete Schneefälle treten in Barendorf jedoch nur bei intensiven Vorstößen maritimer Polarluft aus Nordwesten auf.
Im Sommer nimmt der Einfluß der atlantischen Tiefausläufer allgemein ab und es kommt häufiger zu Hochdruckwetterlagen, die aufgrund der erhöhten Einstrahlung zu angenehmen bis warmen Sommertagen führen. Kommt dabei die Luft aus Osten, so ist sie (wie im Winter) relativ trocken. Im Gegensatz zu den vergleichbaren Situationen im Winterhalbjahr ist es im Sommer dabei warm bis heiß mit angenehm kühlen Nächten. Kommt die Luft hingegen aus Süden bis Südwesten, so stammt sie aus dem feuchtwarmen Mittelmeergebieten und führt zu schwülem und gewittrigen Sommerwetter.

Barendorf Wappen